Neue US-Ernährungsrichtlinien: Ein Paradigmenwechsel mit Folgen?

13.01.2026 | Allgemein

Anfang 2026 hat die US-Regierung neue Ernährungsrichtlinien veröffentlicht, die in zentralen Punkten von bisherigen Empfehlungen abweichen und eine breite öffentliche sowie fachliche Diskussion ausgelöst haben. Die Leitlinien markieren einen spürbaren Richtungswechsel und unterscheiden sich deutlich von den in Europa und insbesondere in Deutschland etablierten Ernährungsempfehlungen.

Im Mittelpunkt der neuen US-Richtlinien steht eine höhere empfohlene Proteinzufuhr. Tierische Proteinquellen wie Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte werden stärker betont, teilweise auch in der Vollfettvariante. Gleichzeitig wird eine Reduzierung von zugesetztem Zucker und raffinierten Kohlenhydraten empfohlen. Auch wenn die Leitlinien formal nicht bindend sind, entfalten sie in den USA regelmäßig Wirkung, da sie als Orientierung für staatliche Programme, Bildungseinrichtungen und öffentliche Verpflegungssysteme dienen und damit das Ernährungsverhalten breiter Bevölkerungsgruppen beeinflussen können.

Damit unterscheiden sich die US-Empfehlungen deutlich von den in Deutschland geltenden Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, die weiterhin eine überwiegend pflanzenbasierte Ernährung mit hohem Anteil an Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten vorsehen. Fleisch- und Wurstwaren sollen dort bewusst begrenzt werden, pflanzliche Öle gelten als bevorzugte Fettquelle.

Unabhängig von der wissenschaftlichen Bewertung könnten die neuen US-Ernährungsrichtlinien Auswirkungen auf das Konsumverhalten haben. Eine stärkere Betonung proteinreicher und tierischer Produkte könnte Nachfrageverschiebungen auslösen und bestehende Trends im Lebensmittelsektor verstärken oder abschwächen. Gleichzeitig bleibt die Kritik aus Teilen der medizinischen Fachwelt bestehen, die auf mögliche gesundheitliche und ökologische Risiken einer stark fleischbetonten Ernährung hinweist.

Ungeachtet dessen, wie man die neuen Empfehlungen im Einzelnen beurteilt, zeigt die Debatte vor allem eines: Ernährung ist ein langfristiges Thema. Ähnlich wie bei der Geldanlage hat sich auch hier ein ausgewogener Ansatz über die Zeit hinweg häufig als vorteilhaft erwiesen. Mit unserem DWS Concept GS&P Food Fonds sehen wir uns trendunabhängig für verschiedene Szenarien gut positioniert.