Coca-Cola setzt mit „Asset-Light“-Strategie auf neue Ertragskraft

23.01.2026 | Anlagen & Finanzen, News aus der Food & Beverage Branche

Die The Coca-Cola Company markiert zum Jahresbeginn 2026 den finalen Abschnitt einer umfassenden strategischen Transformation. Durch die konsequente Umsetzung des sogenannten Asset-Light-Modells vollzieht der Getränkekonzern den Wandel hin zu einer hocheffizienten Marken- und Marketingplattform. Kern dieser Strategie ist das Refranchising, bei dem kapitalintensive Abfüll- und Logistikprozesse systematisch an spezialisierte Partner ausgelagert werden. Ziel ist es, die Konzernbilanz nachhaltig von physischen Vermögenswerten zu entlasten und freiwerdendes Kapital gezielt in margenstarke Kernbereiche sowie in die globale Markenführung von Coca-Cola zu investieren.

Ein zentraler Meilenstein dieser Entwicklung ist die Neustrukturierung des afrikanischen Marktes. Nachdem im Oktober 2025 eine Vereinbarung über den Verkauf einer 75-prozentigen Mehrheitsbeteiligung an Coca-Cola Beverages Africa (CCBA) an den unabhängigen strategischen Abfüllpartner Coca-Cola HBC unterzeichnet wurde, folgte am 19. Januar 2026 mit der formalen Zustimmung der Aktionäre ein entscheidender Umsetzungsschritt. Während die US-Zentrale weiterhin die Markenrechte hält, übernimmt Coca-Cola HBC als eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen die operative Verantwortung für Produktion und Distribution. Der vollständige operative Abschluss der Transaktion wird für das Ende des laufenden Geschäftsjahres erwartet. Parallel dazu unterstreicht die im Januar 2026 gestartete Vorbereitung eines Börsengangs der indischen Abfüllsparte den globalen Anspruch des Konzerns, die operative Komplexität weiter zu reduzieren und den Fokus auf das hochprofitable Konzentratgeschäft zu schärfen.

Trotz eines herausfordernden makroökonomischen Umfelds bestätigen die jüngsten Finanzkennzahlen von Coca-Cola die hohe Resilienz dieses Geschäftsmodells. Besonders dynamisch entwickelte sich der Bereich zuckerfreier Erfrischungsgetränke: Das Segment Coca-Cola Zero Sugar verzeichnete zuletzt ein globales Absatzwachstum von 14 Prozent. Diese Entwicklung spiegelt sich unmittelbar in der Profitabilität wider. Die vergleichbare operative Marge konnte auf 31,9 Prozent gesteigert werden und unterstreicht die Effizienz der neuen Unternehmensstruktur im Branchenvergleich. Vor diesem Hintergrund bestätigte die Investmentbank TD Cowen die Coca-Cola-Aktie im Dezember 2025 als eine ihrer bevorzugten Anlageideen für das Jahr 2026, gestützt auf ein prognostiziertes Gewinnwachstum von rund 8 Prozent.

Zusätzliche strategische Disziplin zeigte das Management durch die Entscheidung, den Verkaufsprozess der Kaffeesparte Costa Coffee im Januar 2026 vorerst auszusetzen. Da die vorliegenden Gebote nicht dem internen Bewertungsziel von rund 2 Milliarden GBP entsprachen, verzichtete der Konzern zugunsten einer weiteren operativen Stärkung der Marke auf eine kurzfristige Veräußerung. Für langfristig orientierte Investoren bleibt zudem die Dividendenpolitik von Coca-Cola ein zentraler Stabilitätsfaktor. Mit der Erwartung für das Jahr 2026 setzt der Konzern seine Historie von nunmehr 64 aufeinanderfolgenden, split-bereinigten Dividendensteigerungen fort und unterstreicht damit seine Rolle als defensiver Anker innerhalb der Portfolioallokation des DWS Concept GS&P Food.