Take – Make – Waste: So sieht momentan der gewöhnliche Konsumzyklus aus.

Den Wocheneinkauf erledigt, einmal für die Familie gekocht und schon ist der Mülleimer voll. Der Fernseher ist defekt? Ab zum Wertstoffhof. Einmal Umziehen oder ein Haus ausräumen? Am besten schon vorher den Sperrmüll bestellen.

Im Sinne der Nachhaltigkeit versuchen Unternehmen allerdings immer ressourcenschonender zu produzieren und Verbraucher versuchen immer bewusster zu konsumieren um ihren Abfall zu verringern. Letztendlich ist es dennoch in den meisten Fällen so, dass (fast) alles irgendwann in der Mülltonne landet. Und wenn der Müll dann bestenfalls aufwendig recycelt wird, geschieht dies nur unter erheblichem Qualitätsverlust der eingesetzten Rohstoffe.

Dabei gibt es schon lange eine Wirtschaftsidee, welche einen anderen Weg vorsieht:

Cradle to Cradle (Übersetzt von der Wiege zur Wiege) ist ein Konzept der Kreislaufwirtschaft in dem nichts verloren geht. Sie stellt eine Alternative zu unserer bestehenden Wegwerfgesellschaft dar.
Der Grundgedanke ist nicht mehr „von der Produktion bis zum Verbraucher“, sondern geht weit darüber hinaus. Jeder Rohstoff, der innerhalb der Wertschöpfung eingesetzt wird, kann entweder vollständig biologisch abgebaut werden, oder dient bei geringem Recycling-Aufwand ohne starken Qualitätsverlust als Grundstoff für eine neue Produktion.

Verbrauchsgüter, wie beispielsweise Hygieneartikel oder Kleidung, werden in einen biologischen Kreislauf eingeführt, bei dem die Produktion von Anfang an darauf ausgerichtet ist, eine kaputte Hose nicht mehr wie bisher in den Müll zu werfen, sondern so zu kompostieren, dass daraus wieder neue Ressourcen entstehen können.

Gebrauchsgüter wie der Fernseher, das Auto oder die Waschmaschine werden in einen technischen Kreislauf eingeführt. Sie werden ohne Schadstoffe produziert und von Beginn an so konzipiert, dass wir irgendwann nicht mehr den Weg zur Mülldeponie aufsuchen, sondern diese Güter nach der Nutzung an den Hersteller zurückgeben können. Dieser verwertet problemlos alle Teile des Gutes erneut, sodass er daraus ein neues Produkt schaffen kann, welches er dann über den Konsumenten wieder in den Kreislauf einfügen kann.

Und nicht nur für die Umwelt bietet dieses Konzept erhebliche Vorteile. Auch der Verbraucher profitiert von erhöhter Qualität und geringeren Schäden für Mensch und Umwelt. Für die Unternehmen entsteht ein erheblicher Kostenvorteil, da sich die Ressourcenbeschaffung aus dem Kreislauf heraus ergibt.

In einigen Ländern wie Dänemark, den Niederlanden, den USA und auch in China, ist das Prinzip Cradle-to-Cradle (C2C) schon weit verbreitet und immer mehr Unternehmen richten Ihre Produktentwicklungen darauf aus.
Beispielsweise gibt es bereits seit 2013 einen Dusch- und Badreiniger der Marke Frosch oder seit einiger Zeit auch gesamte Kollektionen bei der Modekette C&A, die C2C-zertifiziert sind. Weltweit gibt es mittlerweile über 11.000 solcher Produkte, die der Version von Zero Waste folgen. Die Zeichen sind gesetzt und für alle Beteiligten nur von Vorteil.